der fressklötsch


                                               


hier in colonia lebte von 1778 bis 1845 ein mann namens johann arnold klütsch, der
schon in jungen jahren weit und breit unter dem namen "der fressklötsch" bekannt wurde. viele geschichten erzählt man sich über diesen genuss- und gemütsmenschen. uns soll aber an dieser stelle alleine interessieren, wie unser arnold zu seinem neuen und legendären namen kam, denn wer auf der welt ist schon nur wegen seines unermesslichen hungers und
 durstes in eine stadtgeschichte eingegangen! - da muss doch noch
etwas anderes dahinterstecken!

           


wir schreiben den 30. september 1794. im westen stehen die truppen der französischen revolution vor der stadt. die armut in der kölner bevölkerung ist groß und die abgabenlast steigt von tag zu tag. die kölner bürger lernen das schmuggeln, denn ein jeder muss jetzt sehen, wie er in diesen schweren zeiten noch überleben kann. zollkontrollen an den ausfallstraßen der stadt und auf dem rhein tun das ihrige dazu.

an diesem denkwürdigen septembertag hilft der gutmütige johann arnold klütsch in einem außerhalb der stadtgrenze liegenden kölner rheinhafen dem wohlhabenden kapitän eines holländischen handelsschiffes, eine ladung mit käserädern an land zu bringen. aufgrund seiner enormen körperkräfte schleppt unser arnold jedes mal drei oder vier dieser
 gold-gelben schwergewichte gleichzeitig ans ufer und so ist die fracht
schon nach kurzer zeit gelöscht.

statt der üblichen finanziellen entlohnung -denn eine solche muss ja versteuert werden-
äußert arnold den wunsch, eines dieser käseräder mit nach hause nehmen zu dürfen. der holländer willigt ein, denn er ist mit arnolds arbeit mehr als zufrieden.

doch als unser an keinerlei unbill denkende arnold auf dem heimweg ein zollhäuschen in höhe des eigelsteins passieren muss, bemerkt der zöllner sogleich den ob seiner größe unübersehbaren käse und fordert den jungen mann auf, den käse zu verzollen. andernfalls werde der gegenstand beschlagnahmt. beides sieht der held unserer geschichte natürlich nicht ein, doch was soll er tun, um weder einen zoll bezahlen noch sein
wohlverdientes käserad abzugeben zu müssen?


wie unser arnold       das problem löst:
 
arnold tritt ein paar schritte hinter die schranke zurück und verzehrt vor den augen des zöllners innerhalb von wenigen stunden genüsslich das gesamte käserad. in windeseile spricht sich dieses geschehnis in der stadt herum und während arnold gerade dabei ist, das letzte viertel seines käses zu vertilgen, staunen die vielen inzwischen
herbeigeeilten schaulustigen und raunen:

der arnold ist ein fressklötsch,  - ja, das ist unser fressklötsch!


und das ist er bis heute geblieben !


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