der magische albertus magnus


in diesem sarkophag, welcher sich in der krypta von sankt andreas in köln befindet, ruhen die sterblichen überreste des größten deutschen universalgelehrten des mittelalters:

  albertus    magnus 

geboren um das jahr 1200 in lauingen an der donau und gestorben am 15. november anno 1280 in köln am rhein, trat er als bruder albert 1223 in den dominikanerorden ein. im jahre 1243 erhielt er einen lehrstuhl an der pariser universität und fünf jahre später wurde er dekan des neuen studiengangs "studium generale" in köln, wo er noch heute tag und nacht die nach ihm benannte universität bewacht:   

     albert der große    vor der kölner uni

anno 1260 übernahm albert auf bitten des papstes für zwei jahre das amt des bischofs von regensburg, überlegte es sich jedoch schon bald wieder anders und kehrte -nun wieder als bruder albert- ins kloster zurück.

  albert als bischof     von regensburg

in diesen beiden jahren entstand höchst unzuverlässigen quellen zufolge auch das folgende foto, auf welchem er mit einem palmwedel in der hand während eines urlaubs in italien zu sehen ist, wo er in padua schon im jahre 1222 mit dem studium der grammatik, logik und rhetorik und wie es heißt auch jura und medizin begonnen hatte:     

albert bei der führung     seines reisetagebuchs

bei streitereien zwischen den kölner patriziern und dem erzbischof wurde albertus magnus ob seiner auf beiden seiten anerkannten klugheit des öfteren als schiedsrichter herbeigerufen, so zum beispiel beim "großen schied" vom 28. juni 1258, bei welchem der erzbischof konrad von hochstaden auf alberts rat hin erstmals der kölner bürgerschaft das recht auf eine eigene gerichtsbarkeit zubilligte. bis sich die bürger endgültig von der herrschaft der erzbischöfe befreien konnten, sollte jedoch noch dreißig jahre dauern, genauer gesagt bis zur schlacht von worringen, der hier auf der seite "köln im krieg" ein eigenes kapitel gewidmet ist. aber 1888 lebte ja albertus magnus nicht mehr.        

anzumerken zu alberts überaus umfangreichen lebenslauf bleibt an dieser stelle noch, dass zwei seiner berühmtesten schüler thomas von aquin und meister eckart waren.


doch wenden wir uns nunmehr zwei legenden zu, welche sich um diesen wahrhaft genialen mann ranken, dem als einzigem wissenschaftler jemals die ehre zuteil wurde, bereits zu lebzeiten mit dem beinamen "der große" bedacht zu werden:


albertus magnus und der kölner dom

unser albert war nicht nur ein zeitgenosse von konrad von hochstaden sowie von meister gerhard, über welche hier auf der seite über den kölner dom näheres zu lesen ist, sondern auch ein vortrefflicher architekt und kenner des gotischen baustils. so geht die kunde, dass nicht meister gerhard, sondern albert den plan für unseren gotischen dom erstellt haben soll. an einer stelle der kölnischen chronik steht geschrieben: "he wart umb synre groisse kunst wille genoempt der groisse albert ... ind he dede meisterlich buwen." (er wurde um seiner großen kunst willen albert der große genannt und er tat meisterlich bauen.). - und der chronist vincentius justinianus schrieb sinngemäß: "den chor der kölner predigerkirche ließ albert als der beste architekt nach allen regeln der wahren messkunst so, wie wir ihn heute sehen, errichten."

wie an anderer stelle berichtet wird, sollen unserem albert bereits lange vor dem bau der gotischen kathedrale zu köln eines nachts im frommen gebet vier männer erschienen sein: ein greis, dann ein nicht ganz so alter mann und einer in den besten jahren sowie ein jüngling. der legende nach hielten sie vier handwerkszeuge in ihren händen, nämlich einen maßstab, eine waage, ein winkelmaß und einen zirkel. nunmehr soll die jungfrau maria hinzugetreten sein, welche diese männer anwies, auf göttliches geheiß hin die pläne für den neuen dom auf die wand zu zeichnen. 


wem jedoch in wahrheit letztlich der plan für unseren dom zu verdanken ist, bleibt nach wie vor ungeklärt. fest steht übereinstimmenden quellen zufolge jedoch, dass sich unser albertus magnus in den ersten jahren der errichtung des hochgotischen doms verdächtig oft auf der baustelle aufgehalten hat.          


die wohl schönste sage über unseren großen und inzwischen heiligen albert stammt von den gebrüdern grimm. diese handelt von einer gar wundersamen begebenheit, welche sich am 6. januar 1248 hier in köln zugetragen haben soll:


wilhelm von holland zu besuch bei albertus magnus in köln 

obwohl es im winter 1247/1248 in köln am rhein unleidlich kalt und tiefer schnee gefallen war, hatte albert den grafen wilhelm von holland samt gefolge für den 6. januar zu einem festmahl im garten des predigerklosters von sankt andreas eingeladen. des grafen räte und diener beschwerten sich natürlich aufs heftigste über diese "höchst unordentliche ladung", doch wilhelm ließ sich mitnichten von seiner absicht und vorfreude abbringen, sich an diesem heiligen dreikönigstage endlich einmal mit dem großen albert zu treffen.

pünktlich um elf uhr elf besagten tages traf der gräfliche tross mit einem sonderzug am kölner hauptbahnhof ein. albert, der mönch begrüßte die so angekommene schar mit einem freundlichen "tach zesammen!" und geleitete all seine vielköpfigen gäste zum nahegelegenen garten des andreasklosters. die tafeln und das gestühl im hof standen zwar erwartungsgemäß in hohem schnee, doch immerhin waren die tische bereits festlich gedeckt und alberts köche kredenzten alsbald die köstlichsten speisen und getränke. während des holländers frierendes gefolge immer noch recht heftig murrend sein überaus großes befremden über diese "seltsame und widersinnige" einladung zum ausdruck brachte, wurde es am himmel über köln plötzlich schön und heiter.

wenige minuten später schmolz jeglicher schnee dahin und aus dem boden brachen gar bunte blümelein hervor; die bäume im garten fingen an zu blühen, um bereits unmittelbar danach die feinsten früchte zu tragen. und jegliches gevögel erfüllte den ganzen ort mit lieblichem gesang. ja, die hitze wurde so unerträglich, dass alle anwesenden sich dazu gezwungen sahen, sich ihrer winterlichen kleidung zu entledigen, um nicht zu sagen, sich zu entblößen.

nachdem aber die zeit dieses festmahls vorüber war, verschwanden plötzlich all die lieblichen vögelein; auch das gras und das laub auf den bäumen waren nicht mehr zu erblicken und alles war wieder wie vor dem mahl mit schnee und kälte winterlich geworden, so dass sich ein jeder flugs wieder ankleidete und in die warme klosterstube eilte.

ob dieser abenteuerlichen kurzweil hat der wilhelm von holland unseren albert und seinen predigerorden mit etlichen weltlichen gütern reichlich beschenkt und wegen seiner überaus großen geschicklichkeit gar tüchtig gelobet.


   albertus magnus,    eine marke für sich! 


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