der schiefe turm von köln


es geschah in der nacht vom 28. auf den 29. september 2004: um 2:43 uhr blieb die turmuhr der kölner kirche st. johann baptist im traditionsreichen severinsviertel plötzlich stehen. - was war geschehen?

vielleicht ein      stromausfall?

oder war es vielleicht gar ein sabotage-akt ?

nein, nichts von alledem!   in wirklichkeit hatte sich der turm innerhalb von nur 4 stunden um einen meter nach norden geneigt, wobei die kirchturmuhr deshalb wohl ebenfalls aus dem gleichgewicht geriet.

bei bauarbeiten an der neuen nord-süd-u-bahn zwischen dem dom und der südstadt wurde in dieser nacht ein ca. 15 m unter dem kirchturm verlaufender versorgungstunnel angelegt.

was die bauleitung und die arbeiter zu dieser zeit noch nicht wussten, ist, dass zwischem diesem tunnel und dem fundament des turms mehrere größere hohlräume bestanden, welche die ursache für das absacken des turmes sind. so neigte sich der turm zwischen 2 und 6 uhr morgens um einen ganzen meter und drohte, auf die nördlich gelegenen wohnhäuser und auf die unmittelbar neben ihm verlaufende severinsbrücke zu stürzen.

gegen 6 uhr morgens stabilisierte sich der turm endlich, aber natürlich wurden aus sicherheitsgründen sowohl die bewohner der betreffenden häuser evakuiert als auch die severinsbrücke gesperrt. ein totales chaos im berufsverkehr war die folge.

wie ein lauf-feuer breitete sich die kunde vom "schiefen turm von köln" aus und schon am morgen eilten vor allem asiatische besucher der photokina vom messegelände herbei, um sich vor dem schiefen turm ablichten zu lassen. zu dieser zeit konnte ja noch niemand wissen, ob er nicht in den nächsten minuten oder stunden umfallen würde. ach so:
ich meine natürlich den kirchturm und nicht die besucher!

  der schiefe         turm von köln  

so ganz sicher ist dies auch am heutigen 2. oktober noch nicht, aber wie es im moment aussieht, bleibt der schiefe turm von köln unserer domstadt als weiteres wahrzeichen wohl erhalten.

inzwischen haben spezialisten den turm mit mehr oder weniger hässlichen stahlkonstruktionen abgestützt und die hohlräume unterhalb des fundaments mit flüssigem zement gefüllt.     

         

je nach standpunkt des betrachters wirkt der neigungswinkel etwas größer oder kleiner, aber so groß wie auf dem folgenden "foto" ist er ganz sicher nicht!


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