die schlacht an der ulrepforte 


im frühen 13. jahrhundert errichteten die kölner zum schutz gegen ungebetene gäste eine neue stadtmauer. ein teil dieser befestigung war die ulrepforte zwischen der heutigen vorgebirgsstraße und dem sachsenring. der name "ulrepforte" leitet sich von "ulner" oder "üler" ab, was so viel wie "euler" bedeutet. die "ülepooz", wie die einheimischen dieses stadttor noch heute nennen, hat jedoch mit eulen nicht das geringste zu tun, sondern mit dem beruf der töpfer (üler), welche damals aus brandschutzgründen ihrem gewerbe nur in sehr schwach besiedelten gebieten nachgehen durften. inzwischen gehört die gegend rund um die ulrepforte längst zum stadtgebiet und dieses stadttor wurde nach dem zweiten weltkrieg zum hauptquartier der karnevalsgesellschaft "kölsche funke rut-wieß von 1823 e.v.".   

    

links die ulrepforte und rechts die "stadtsoldaten" der roten funken vor dem tore


in der nacht auf den 15. oktober anno 1268 trug sich an dieser stelle ein gar denkwürdiges ereignis zu, welches als die schlacht an der ulrepforte in die annalen unserer stadtgeschichte eingehen sollte. vor der ulrepforte hatten sich in böser absicht an die 5000 männer versammelt, um die kölner bürger zu überfallen. da sie aber die mauern nicht unbemerkt überwinden konnten, bestachen sie den an der stadtmauer wohnenden kölner schuster konrad havenith mit einem judaslohn, damit er von der stadtseite aus einen tunnel graben sollte, um ihnen einlass zu gewähren. und so geschah es.

man nennt mich konrad havenith,ich hab` ja nix, drum grab´ ich fix! 


alsbald drang eine große schar dieser bösen buben rund um den verhassten erzbischof engelbert II. von falkenburg in die stadt ein, der in jener zeit mit einem eigenen heer gegen das der kölner bürger um die vorherrschaft in der stadt kämpfte. doch die feinde hatten die rechnung ohne den einflussreichen patrizier mathias overstolz gemacht, der von dem verräterischen plan wind bekommen hatte und mit der hilfe einer zahlenmäßig kleinen truppe die feinde der bürgerschaft entweder tötete oder aber in die flucht schlug. bei dieser schlacht an der ulrepforte kam auch mathias overstolz ums leben. doch immerhin war es bis zum abriss der stadtmauer im jahre 1881 das einzige mal, dass die stadt kurz davor stand, eingenommen zu werden. - mehr dazu ist hier in dem kapitel "köln im krieg" zu lesen.

der sterbende mathias overstolz (im bild oben) in der schlacht an der ulrepforte.

(das gemälde stammt von den flämischen malern g. buschmann und e.j.c. hamman und wurde lange irrtümlich mit der schlacht von worringen in verbindung gebracht.) 


heute erinnert noch das overstolzenhaus am gülichplatz in köln an seinen namen sowie an ein filterloses tabakprodukt, das ab 1918 viele jahrzehnte lang von der zigarettenfirma "haus neuerburg" vertrieben wurde:

     

hauptsache overstolz!


im jahre 1360 wurde ein relief in die stadtmauer eingesetzt, das wohl älteste denkmal in deutschland, welches an ein historisches ereignis erinnert. das original befindet sich heute im kölnischen stadtmuseum:

unter diesem relief steht in güldenen lettern für uns und unsere nachkommen geschrieben: 

anno domini MCCLXVIII up der heiliger more naicht do wart hier durch de mure gebrochen.
 (im jahre des herrn 1268 in der nacht der heiligen mohren wurde hier durch die mauern eingebrochen.) 


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