köln auf briefmarken 


briefmarken sind bekanntlich nur winzige wertzeichen zum bezahlen von postsendungen, doch manchmal enthalten diese meist unscheinbaren bunten bildchen auf der vorderseite auch offene oder sogar versteckte informationen und botschaften, welche man -von den wasserzeichen einmal ganz abgesehen- auf den ersten blick oft überhaupt nicht bemerkt. in diesem handverlesenen kleinen album geht es um einige der ungezählten briefmarken über köln, aber vor allem um das, was sie uns zu erzählen haben.


beginnen wir mit einem sündhaft teuren dom-exemplar für 10.000 reichsmark; links und rechts daneben zum vergleich zwei marken, die kurz darauf sogar einmal zwei millionen und zehn milliarden reichsmark gekostet haben. doch leider waren sie damals fast nichts wert und sie sind es bis auf seltene fehldrucke auch  heute nicht.   

         

denn wie auf dem poststempel zu sehen ist, stammt die teuerste dieser briefmarken von 1923, dem letzen jahr der inflation von 1914 bis 1923. die entwertung des geldes erfolgte in immer kürzeren abständen und am ende wurden die löhne nicht mehr monatlich, sondern täglich ausgezahlt, weil das geld bereits am nächsten tag nahezu wertlos war.    


erheblich erfreulicheres konnte unsere deutsche bundespost am 15. november anno 1980 dokumentieren. links die festlich geschmückte kreuzblume auf dem südturm des doms und rechts daneben der dazugehörige ersttagsbrief.

    


untrennbar verbunden mit unserer domstadt am rhein ist der kölner oberbürgermeister und spätere bundeskanzler konrad adenauer. unser "konnie" oder auch "der alte" genannt ist wohl das personifizierte symbol des wiederaufbaus deutschlands und kölns schlechthin. so haben ihm nicht nur afrikanische staaten wie beispielsweise kamerun oder benim posthum ein postalisches denkmal gesetzt.

   


und was wäre eine briefmarkensammlung über köln ohne unseren "fastelovend", also den rheinischen karneval! denn einen grund zum feiern haben wir hier in colonia ja immer. die freimarke unten links erschien 150 jahre nach der gründung des festkomitees kölner karneval e.v. und auf der rechten seite sieht man die roten funken 25 jahre später bei ihrem berühmten "stippeföttche-danz". 

     


das am häufigsten dargestellte kölnmotiv ist vor allem auf ausländischen marken natürlich unser bildschöner hochgotischer dom; hier eine kleine auswahl, wobei die letzten beiden bilder auch das legendäre luftschiff "graf zeppelin" zeigen, welches am 5. august 1909 nach einer spektakulären runde um den dom um 10:34 uhr in köln landete. am steuer dieser fliegenden zigarre saß übrigens kein anderer als graf zeppelin persönlich.

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in mode gekommen sind in den letzten jahren sogenannte "individuelle briefmarken", die vor allem für private zwecke wie zum beispiel mit einem eigenen foto oder aber auch für werbung gedacht sind. jedermann kann über die internetseite der deutschen post gegen einen saftigen aufpreis solche mehr oder weniger persönlichen postwertzeichen basteln und sich dann beliebig viele briefumschläge in diversen formaten mit der bereits aufgedruckten marke zusenden lassen:


       

    


schmerzlich vermisst habe ich bei meiner suche allerdings eine briefmarke, die unseren literaturnobelpreisträger heinrich böll zeigt. - na, vielleicht hat er ja in seinem testament verfügt, sich auch nach seinem ableben nicht von jedem ablecken zu lassen. 


zum schluss noch eine überaus nachdenklich stimmende briefmarke aus dem karibischen inselstaat grenada, welche unser durch die britische royal air force nahezu vollständig zerstörtes köln nach dem einmarsch der amerikanischen truppen im jahre 1945 zeigt. geht man der frage auf den grund, warum eine solche abbildung ausgerechnet aus grenada und nicht aus einem vom 2. weltkrieg direkt betroffenen land stammt, findet man bereits nach kurzer suche die antwort:  

im herbst 1983 führten die amerikanischen streitkräfte unter dem decknamen "operation urgent fury" (blinde wut) eine einwöchige invasion grenadas durch, wobei die anzahl der dort eingesetzten eindringlinge größer war als die gesamte einwohnerzahl grenadas. die aussage dieses briefmarkenmotivs lässt sich letztlich nur als eine bis heute leider unerhörte mahnung deuten: nie wieder krieg!  i


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