kölsch mit lola 


ein herzliches willkommen in der einzigen internet-kneipe der größten domstadt am rhein! taufen wir unsere "kölsche weetschaff" einfach auf den namen der hier unermüdlich tanzenden wirtin "im lola". unsere kneipe könnte natürlich ebenso gut "beim chantalle" oder "et stinas eck" heißen, doch bleiben wir bei lola.

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im lola ist immer was los, aber im grunde genommen sind es nur drei dinge, von welchen die gäste angezogen werden, nämlich kölsch, kölsch und noch einmal kölsch. natürlich kann man außer kölsch bei und mit lola auch cola trinken. und es müssen ja auch nicht unbedingt drei kölsch sein, denn kölsch ist nicht nur ein getränk, sondern darüber hinaus auch eine sprache sowie eine nur den eingeborenen angeborene lebensart. ein sicheres merkmal, an welchem man den wahren kölner erkennt, besteht darin, dass er nicht nur kölsch trinkt, sondern vor allem auch auf kölsch träumt und schimpft: 

otto von lindenthal, luftfahrt-experte: vera von vingst, veedels-führerin:

 

wenn ich su ahn et lola denke
un sin et dann su vür mir stonn ...

pass jo op, do fiese möpp,
dat ich dir nit op et daach klimme!

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über unser kölsches gesöff und seine obergärige verwandtschaft mit dem düsseldorfer altbier habe ich mich bereits in anderen kapiteln meiner etwas anderen kölnseite zur genüge ausgelassen. und eine seite über brauhauserlebnisse mit kölschen spezialitäten wie halben hähnen, hackfleischbrötchen und blutigen würsten gibt´s ja hier auch schon längst; ebenso je ein kapitel über unsere altehrwürdige deutzer kultkneipe "lommerzheim" sowie über kölsche schimpfwörter und den kölschen genitiv. 

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bei uns im lola wird das leckere reissdorf-kölsch ausgeschenkt. auf dem bild ist die riesige neon-leuchtreklame des berühmten "reissdorf-männchens" am rudolfplatz zu sehen. bei näherer betrachtung bemerkt man jedoch an der kleidung, an der frisur sowie an dem schriftzug schnell, dass es sich dabei in wechselnder reihenfolge sowohl um ein männchen als auch um ein frauchen handelt. diese stadtbekannte werbung der privatbrauerei reissdorf flackert bereits seit dem jahre 1968 im herzen der stadt. sie hat im laufe der jahrzehnte kultstatus erlangt und steht schon längst unter denkmalschutz. 

 er trinkt reissdorf ...... sie trinkt reissdorf


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wie wohl in jeder kölschen kneipe geht es auch im lola allermeist überaus lustig zu: es wird gesüffelt, gelacht, skat jeklopp, gewürfelt, politisiert und natürlich tüchtig über diejenigen hergezogen, die schon weg oder noch nicht da sind. viele stammgäste tragen das herz auf der zunge und erzählen jedem, der es nicht hören will, innerhalb von nur zehn minuten ihren gesamten lebenslauf, von all der ungerechtigkeit auf der welt und von dem, was sie als allererstes machen würden, wenn sie erst einmal könig von deutschland wären. die wenigen touristen verstehen zwar nicht einmal die hälfte, schmunzeln aber dennoch hinter vorgehaltener hand, während unsere fesche lola wie an jedem tag schon längst gleichzeitig die rolle einer sozialarbeiterin, einer psychologin und einer beichtmutter übernommen hat.

   nicht verzagen, lola fragen!  

immer dann, wenn sich die stimmung irgendwann um mitternacht dem nullpunkt nähert und unsere fesche lola bereits fleißig dabei ist, das redlich verdiente trinkgeld säuberlich von ihren übrigen tageseinnahmen zu trennen, öffnet sich auf den letzten drücker die türe und hereinspaziert kommen -selbst mitten im sommer- ein paar kostümierte musikanten, welche zur freude der angeheiterten kundschaft das kölsche lied von der karawane zum besten geben und unserer lola ein paar blümchen mitgebracht haben:

... mir schenke der ahl  e paar blömcher ...

bei den nächsten gesängen sind sich alle einig, dat et hätz vun d´r welt kölle es und es zum wahren glück ja eigentlich nur blootwoosch, kölsch und nem leckere mädche bedarf.  spätestens jetzt liegen sich alle stammgäste juchzend und schluchzend in den armen und schunkeln zusammen mit lola willi ostermanns "heimweh noh kölle": wenn ich su ahhhn ming heimat denke un sin d´r dom su vür mir stonn, mööch ich tirek op heim ahn schwenke, ich mööch zo fooß noh kölle jonn". 

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inzwischen ist es bereits ein uhr nachts geworden, auch bekannt als "die sperrstunde" oder wie man bei uns in colonia sagt "de polizeistund". einige ungemütliche menschen aus lolas nachbarbarschaft rufen an oder klopfen vehement an die bereits verschlossene tür: "hürt jefällichs op met däm driss; mir welle uns rauh han!" - und das ausgerechnet jetzt, wo es doch wieder mal so schön ist. und was macht unsere lola? sie lässt die fensterläden herunter, schaltet die ohnehin schon schummrige kneipenbeleuchtung auf sparflamme und dann liest sie zum guten schluss ihren mehr oder weniger angesäuselten gästen noch eine überaus nachdenklich stimmende geschichte aus dem kleinen prinzen vor, aber natürlich nicht auf hochdeutsch, sondern in der kölschen fassung von volker gröbe und alice tiling-herrwegen von der "akademie för uns kölsche sproch":

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dä kleine prinz - kapitel XII

om nöhkste planet wonnten en suffkrat. dä besök wor ärch koot, ävver hä maht, dat der kleine prinz et ärme deer kräht.  „wat mähs de do?" saht hä för de suffkrat, die hä sillich vör ener häd leddije un ener häd voll flasche soch. „ich suffe", jov die suffkrat zor antwoot un lorten ärch düster dren. „wofür süffs do?" frochten se der kleine prinz. „för ze verjesse", jov die suffkrat zor antwoot. „för wat ze verjesse?" wollt dä kleine prinz wesse un dät se ald bedore. „för ze verjesse, dat ich mich schamme", jov die suffkrat zo un leet der kopp hange. „woför deis de dich dann schamme?" dät sich der kleine prinz schlau maache un wollt im helfe. „weil ich suffe!" saht de suffkrat noch un verschloss sich janz en ehr stellches. un der kleine prinz jing ärch verbasert fott. de jroße lück sin wirklich ärch jeck, saht hä för sich selvs un es wiggerjereis.


mit klick auf die cd kannst du diese        erzählung auch auf hochdeutsch hören!


flashlights.gif (11568 Byte) diejenigen, die sich auf diese weise angesprochen fühlen, verlassen beschämt als erste das lokal. die übrigen stammgäste dackeln solidarisch hinterher und alle verabschieden sich voneinander mit den worten: "morje fröh um elf, do simmer widder he em lola!"

maht et jot bes morje! 


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