der löwenkampf des bürgermeisters


Relief am Kölner Rathaus

am kölner rathaus ist ein relief zu sehen, welches den kampf eines menschen mit einem löwen zeigt. der unbefangene betrachter denkt zunächst unwillkürlich an eine szene aus einem römischen amphitheater, aber in wahrheit spielte sich dieses duell erst im 13. jahrhundert nach christi geburt ab.

wir schreiben das jahr 1262. in köln regiert unser bürgermeister hermann grin, - manchen quellen zufolge auch hermann gryn genannt. genau genommen regiert natürlich immer noch der gehasste erzbischof, aus dessen fesseln sich die kölner bürger erst 1288 in der schlacht von worringen  befreien sollten. mehr dazu auf der seite "köln im krieg".   

hermann grin

so nimmt es nicht wunder, dass unser hermann immer wieder seine pfeile gegen die kirchliche obrigkeit in aller welt abschießt und sich damit nicht nur freunde macht.  

zur gleichen zeit leben in köln auch zwei domherren des erzbischofs engelbert von falkenburg, die eines kölschen tages beschließen, unseren unbequemen
 hermann aus dem weg zu räumen.

domherr      der hermann muss weg!    domherr

die beiden halten sich aus langeweile im innenhof des domherrenhauses einen ausgewachsenen löwen, den sie natürlich entgegen den bestimmungen des tierschutzgesetzes in einen viel zu kleinen käfig eingesperrt haben und zudem mit kölsch füttern.

prost!      der löwe der verschwörerprost!

eines tages bekommt unser hermann von den beiden eine sms. man wolle sich mit ihm versöhnen und er sei für den nächsten tag herzlich zum frühstück eingeladen. hermann nimmt die einladung an und als er dann tags darauf bei seinen gastgebern gerade das frühstücksei vertilgen will, brüllt draußen im hof wieder einmal der löwe.

hermann beim frühstück

"aha, euer löwe hat wohl auch hunger!" meint hermann und einer der beiden entgegnet ihm vielsagend: "die bestie weiß, dass sie zur richtigen stunde gesättigt wird!" unser hermann weiß von dem löwen bislang nur aus der express und der harald-schmidt-show, aber mit eigenen augen gesehen hat er ihn noch nie.

die beiden domherren nutzen diese gelegenheit und führen hermann bereitwillig zum löwenkäfig. einer der beiden öffnet plötzlich den käfig und der andere schubst unseren hermann hinein.

aber hermann wickelt seinen mantel um den linken arm und stopft dem löwen seinen arm samt mantel in das maul. mit der anderen hand zieht er sein hitech-teleskop-schwert, welches in seiner hosentasche nur die größe eines kulis hat, und tötet den löwen.

die pfaffenpforte

er nimmt die beiden bösewichte fest und lässt sie noch am selben tag in der nähe des domklosters an einem tor aufhängen, welches die kölner fortan "die pfaffenpforte" nennen.


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