strafen im mittelalterlichen köln


die gerichtsbarkeit im mittelalterlichen köln hatte mit den heutigen gedanken der resozialisierung und wiedergutmachung nur wenig gemeinsam. im vordergrund standen vielmehr die prinzipien der vergeltung, der rache und der öffentlichen bloßstellung.  

zänkischen weibern wurde eine halsgeige um den hals gelegt und bäcker, welche zu kleine brötchen backten, mussten die sogenannte bäckertaufe über sich ergehen lassen. auf einem stuhl gefesselt oder in einem käfig eingesperrt, wurden sie unter dem gespött der öffentlichkeit ein oder mehrere male unter wasser getaucht.

halsgeigen für zänkische weiber      die bäckertaufe

in hartnäckigen fällen sah das gesetz vor, den zuwiderhandelnden an den pranger am rathaus anzuketten, wo ihn jeder passant nach belieben tagelang bespucken oder auf sonst eine art verhöhnen durfte.

kölsch-trinker wurden nach durchzechter nacht festgenommen und in ein bierfass eingesperrt, der sogenannten trinkertonne; und kinder, die in der schule nicht parierten, mussten vor den augen ihrer klassenkameraden in einem eselskostüm auf einem "schaukelesel" reiten, also einem schaukelpferd, wobei das holztier dann
natürlich ein esel war.

ehefrauen, welche ihren männern untreu geworden waren, sperrte man für mehrere tage oder gar wochen in die "eiserne jungfrau". wie so ein gerät aussah, seht ihr auf dem nächsten bild!

in rothenburg ob der tauber gibt es ein kriminalmuseum, in welchem u.a. originale foltergenstände aus dieser grausamen zeit zu sehen sind:

andere strafen

in der zeit der inquisition dachte sich die justiz noch viel grausamere strafen aus wie z.b. verbrennen auf dem scheiterhaufen, vierteilen, blenden, rädern oder federn. beim federn wurde der delinquent zunächst mit heißem pech übergossen. anschließend schüttete man einen sack mit hühnerfedern über ihm aus, zündete nun den ärmsten an und jagte ihn bis zu seinem bitteren ende durch die gassen der stadt.

vom gesetz nicht geduldet, aber in einer form von selbstjustiz dennoch vielfach praktiziert, waren die sogenannten schandbriefe, auch scheltbriefe oder schmähbriefe genannt. solche briefe erhielten mitbürger, die ihre schulden nicht bezahlt hatten. heute würden wir so etwas "erste mahnung" nennen. wurde die rechnung auch danach nicht sofort beglichen, kopierte man diesen schandbrief und schlug ihn an möglichst vielen häusern der stadt an. 

so ergeht`s dir, wenn du deine schulden nicht bezahlst!

ein kölner schmähbrief  vom 11.4.1464

wie ihr oben seht, kam so ein schandbrief einer morddrohung gleich. ja, so war das in der ach so guten alten zeit. sind wir froh, dass wir heute leben! - mehr zu diesem thema auf der seite über die weckschnapp !


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