tünnes holt den kölner dom zurück 


wir schreiben das jahr 2105. in der domstadt am rhein regiert wie überall in eurasien längst die euro-asiatische einheitspartei. einige der alten namen früherer gilden, genossenschaften und parteien stehen zwar noch auf den wahlzetteln, aber die poltik wird längst in bejing und berling  gemacht. 

lange vorher hatte der internet-krieg gegen eine frühere großmacht aus dem westen 14 trilliarden chineuros verschlungen, aber immerhin war er ohne den einsatz der veralteten und schändlichen massenvernichtungswaffen zugunsten eurasiens ausgegangen.

die eurasische regierung beschließt in einer geheimen sitzung am 1. april 2105 aus akutem geldmangel deshalb, sämtliche eurasischen kulturgüter an die noch übrig gebliebene zweite weltmacht afro-ozeanien zu verkaufen, wobei unser dom in einem freizeitpark von kairobi aufgestellt werden sollte. dies hätte unserem eurasischen staat 4711 billionen chineuros eingebracht, von denen die stadt köln immerhin 11 prozent abbekommen hätte. doch es sollte anders kommen:                   

in der nacht vom 10. auf den 11. november anno 2105 wurde der kölner dom in einer nacht- und nebelaktion von der firma eurasia-control unter der leitung eines gewissen herrn christo verpackt und im morgengrauen für den versand nach kairobi zum flughafen köln-bonn transportiert.  

 der kölner dom    wird verpackt. 

am nächsten tag war ja der elfte im elften, also ein hoher feiertag in köln. so begab sich unser dreigestirn, welches die nachricht von dieser frevelhaften tat noch gar nicht mitbekommen hatte, zum dom, um sich von gottes gnaden und ihrem kardinal bereits im vorfeld all die sünden der bevorstehenden karnevalszeit absegnen zu lassen.

doch oh graus: der dom war wie vom erdboden verschluckt:

als unser tünnes diese nachricht sekunden später über den schon bei seiner geburt in seinem kleinen gehirn eingepflanzten chip mitbekam, organisierte er sofort eine weltweite online-demo, wobei er über eurasianet milliardenfach den folgenden aufruf verschickte:

stopp +++ mir losse d`r      dom in kölle! +++ stopp

alsbald machte sich unser tünnes auf den weg zum flughafen, um den abtransport unseres doms noch in allerletzter sekunde zu verhindern. aber er konnte ihn in keiner der vielen lagerhallen und hangars finden.

als er mit tränen in den augen die suche schon aufgeben wollte, piepste es in seinem chip und ein blick auf ein anzeigerät am linken handgelenk verriet ihm über eurasianet, dass unser dom inzwischen im eurasischen zwischenlager im bergischen immekeppel eingetroffen war, von wo aus er am nächsten tag zusammen mit anderen kulturdenkmälern der menschheit zu besagtem freizeitpark nach kairobi gebracht werden sollte.

schnurstracks begab sich unser tünnes in seinem flügelauto nach immekeppel - und was er dort sah, trieb ihm abermals die tränen in die augen, doch dieses mal vor freude:

und so kam unser dom gegen eine ablösesumme von 4711 fässern kölsch noch am selben tag wieder zurück nach colonia.

11.11.     2105

       unser tünnes - der retter des kölner doms  

falls unser tünnes, wovon jedoch nicht auszugehen ist, dereinst einmal sterben sollte, wird die nachwelt auf seinem grabstein die worte lesen:

unser tünnes hat sich um seine vaterstadt verdient gemacht!


| zurück zum inhalt |